Menorca Urlaub

Urlaub Menorca

Traumurlaub auf Menorca
Traumurlaub auf Menorca
Traumurlaub auf Menorca

Menorca ist die Lieblich-Stille unter den eher vorlauten Schwesterinseln, denn Menorca wird von bodenständigen Menschen bewohnt, die der Vernunft dem schnell verdienten Geld meist den Vorzug geben. Die Insel hat damit Gäste gewonnen, die idyllische Buchten, traumhafte Strände, romantische Altstädte und geheimnisvolle Relikte aus grauer Vorzeit zu schätzen wissen.

Vor allem für Liebhaber der Natur hat Menorca viel zu bieten. Rund 40 Prozent der Insel sind bewaldet, im Inselnorden findet man Pinien und Aleppokiefern in großen Waldflächen. Beeindruckend ist der Artenreichtum; so kommen in den trockenen Sturzwassergräben, den Barrancos, bis zu 200 Pflanzenarten vor, von denen 25 endemisch, also nur auf Menorca zu finden sind.

Auch einige Tierarten sind eng mit dem menorquinischen Lebensraum verbunden. Die Cavalls z. B. gehören einer nur auf der Insel heimischen Pferderasse an, und für zehn Tier- und vier Pflanzenarten wurde die Insel sogar zum genetischen Reservoir erklärt. Die rotbraunen Milchkühe gehören dazu, aber auch Milan, Adler und Falke, Wasserschildkröten und eine kleine Geierart.

Mit einer Gesamtfläche von 700 km² ist Menorca etwa eineinhalbmal so groß wie Ibiza, besitzt aber nur ein Fünftel der Fläche Mallorcas. Vom Cap Sa Mola bis zum Cap de Bajolí erstreckt sich die Insel über eine Länge von 47 km, bei einer Breite von 10 bis 19 km. Vor der 220 km langen Küstenlinie liegen verstreut 30 unbewohnte, zum Teil winzige Inseln. Von der großen Schwester Mallorca im Westen trennen Menorca kaum 45 km an der schmalsten Stelle zwischen Cap d’Artrutx und Cap Freu.

Wetter Menorca

Die katalanische Metropole Barcelona ist 241 km entfernt, Afrika nur 380 km. Das erklärt die milden Durchschnittstemperaturen von mehr als 25 Grad im Sommer und 14 Grad im Winter, bei über 2.450 Sonnenstunden im Jahr.

Die idealen Reisemonate sind Mai bis Oktober, da in dieser Zeit mit wenig Regen und viel Sonne zu rechnen ist. Das Wetter ist sehr beständig und die Wassertemperaturen liegen bei 17 bis 23°C.

Flughafen Menorca

Nur rund zwei Flugstunden trennen Menorca von allen wichtigen Flughäfen Mitteleuropas. Die günstigsten Angebote finden Sie hier. Aber auch Linienflüge (u. a. Condor direkt oder Iberia über Barcelona) verbinden das europäische Ausland mit dem Aeroport de Menorca. Auf Menorcas Flughafen landen jährlich rund 1,3 Mio. Fluggäste.

Hafen Menorca

Hafen Ciutadella de Menorca
Hafen Ciutadella de Menorca
Hafen Ciutadella de Menorca

Neben der Anreise mit dem Flugzeug, ist die Fähre eine alternative Anreisemöglichkeit nach Menorca.

Fähren gehen ab Barcelona und València mehrmals wöchentlich, im Sommer häufiger, Zielhafen ist Maó (ca. 8 Std.).

Mit der Nachbarinsel Mallorca ist Menorca durch die Fährverbindungen Maó–Palma verbunden (6–7 Std. Trasmediterránea Maó Moll Comercial.

Weitere Verbindungen: Alcúdia–Ciutadella (ca. 3 Std. Iscomar), Alcúdia–Ciutadella/Maó (Schnellboot mit Autobeförderung Baleària) und Cala Ratjada–Ciutadella (Schnellboot ohne Autobeförderung Cape Balear).

Reservierungen sind in der Sommersaison (Mai–Okt.) vor allem für Fahrten mit Pkw vom Festland her zu empfehlen.

Hotel Menorca

Auf Menorca gibt es viele Ferienorte, in denen Sie Ihren Menorca-Urlaub verbringen können.

Arenal d'En Castell

Moderne Feriensiedlung, deren Strand mit einer Ausdehnung von rund 500 m und einer sanften Neigung ins oft glasklare Meer hinein zu den schönsten der Insel gehört. Das Aguamarina Clubhotel eignet sich für einen schönen Ferienaufenthalt in Arenal d’En Castell.

Strand Son Saura
Strand Son Saura
Strand Son Saura

Arenal de Son Saura

Kleine Feriensiedlung mit sauberem weißem Sandstrand, halbrund, ca. 100 m lang. Es gibt ein einfaches Restaurant. Wasserski, Surfen, Tretbootverleih. Wer mehr die Stille sucht, gelangt über den Pfad (etwa 1,2 km) am linken Ende des Strandes zur nächsten kleinen Bucht, der Cala Pudent; meist sind hier nur wenige Badende zu finden.

S'Algar

Hier wird geurlaubt. Für fast alle Sportarten rund ums feuchte Element bietet das Wassersportzentrum Club S’Algar Diving Passeig Marítim Umsetzungsmöglichkeiten: Tauchen, Windsurfen, Segeln, Wasserski, Wasserbob, Wassersegeln (mit dem Gleitschirm) usw. Hier können Sie auch Tauchausrüstungen und Segelboote leihen sowie Segel- bzw. Tauchscheine machen.

Na Macaret

Am selben Geländeeinschnitt wie Port d’Addaia liegt links die kleine Bucht Cala Molí, an deren Ausfahrt sich ein Fischerhafen mit der Feriensiedlung Na Macaret befindet. Der kleine Hafen ist heute ein Ausgangspunkt für Hochseefischer.

Cala Blanca

Der Name bezeichnet zum einen die Feriensiedlung (ca. 4 km südlich von Ciutadella) – ohne besondere Auffälligkeiten gegenüber vergleichbaren Orten der Insel – zum anderen die am Südrand der Ortschaft gelegene Bucht. Diese verdankt ihren Namen („Weiße Bucht“) dem strahlend hellen Sand, der im Hintergrund vom Grün eines Pinienhains eingerahmt wird. Links und rechts des Strandes sind die Küstenfelsen mit Restaurants und Bars besetzt, die sich weniger durch erlesene Mahlzeiten als durch ihre hervorragende Lage hervortun. Der Ausblick auf romantische Sonnenuntergänge ist hier für die Mehrzahl der Menorca-Abende garantiert. Für Kinder gibt es eine Wasserrutsche im Ort. Unweit der Bucht liegt die Cova de Parella, bekannt für ihren Reichtum an Tropfsteinen und einen unterirdischen See.

An der Landstraße nach Cap d’Artrutx, kurz vor Cala Blanca, liegt Es Caliu, eine Mischung aus Beachclub und Drive-in, mit Pool, Grillspezialitäten am Abend und immer noch fairen Preisen. Im Hochsommer bisweilen überlaufen, in der Vor- und Nachsaison aber der Hit ist Maxi's Snackbar, Avinguda de Cala'n Blanes Urbanització Los Delfines, am Rand der britischen Urlauberhochburg Cala’n Blanes. Der Blick bei Sonnenuntergang übers ist Meer spektakulär; die Snacks werden da zur Nebensache. Sparpreise für die ganze Familie und WiFi gratis gibt es bei der Snackbar Qé Caña Qé Tapa XXL, Carrer d'es Canal 127, Cala'n Blanes, leicht zu erkennen am großen weißen Menorca-Kreuz auf rostrotem Grund.

Hübsch wohnt es sich in ruhiger Umgebung im Hotel Sunprime Cala Blanca.

Cala en Bosc

Von der Siedlung Cap d’Artrutx aus gelangt man ins nächste Ferienparadies, die Cala en Bosc. Auch hier wird zwar nur architektonischer Durchschnitt geboten, der mehr dem Nutzen als der Ästhetik folgt, aber der vorgelagerte Strand mit feinem, weißem Sand und meist klarem Meerwasser spricht für sich. Das Gebiet zwischen Cap d’Artrutx und Son Xoriguer fährt der Minitren ab, ein kleines Touristenbähnchen auf Gummireifen. Boote und Yachten vermietet P&F. Die Wassersportschule Surf & Sail am Strand Son Xoriguer führt im Sommer Windsurf- und Segelkurse durch.

Cala en Forcat

Westlich von Ciutadella ist eine Ferienstadt aus dem Küstenfels gewachsen. Die Siedlungen Cala en Blanes, Cala en Forcat und Cala en Brut haben sich mit der Siedlung Los Delfines so verzahnt, dass kaum zu ermitteln ist, wo welche Ortschaft aufhört. Die Küstenlinie ist mit einer Anzahl von Villen mit traumhaftem Meerblick besetzt. Jede der Buchten hat zumindest einen kleinen Strand. Der geräumigste ist der der Cala en Blanes mit ca. 50 m Breite. Weite, menschenleere Strände sucht man hier – jedenfalls im Sommer – vergebens. Auffällig sind die Meerwassergeysire, die am Westrand der Cala en Forcat kleine Fontänen in den Himmel blasen. Diese Bufadors sind aber nicht auf vulkanische Aktivitäten zurückzuführen, sondern auf ein Höhlen- und Röhrensystem, das auf Wasserdruck reagiert.

Cala en Porter

Links (von der Seeseite aus gesehen) ist alles noch Natur, während sich rechts heute eine Feriensiedlung den Hang hinaufgräbt. Der Strand am Ende der Bucht ist an die 400 m breit, feinsandig und fällt seicht ins Meer ab – ideal also für die ganze Familie. Das hat sich allerdings bereits herumgesprochen.

Eine Attraktion ersten Ranges ist die Diskothek Cova d'en Xoroi,Carrer de Sa Cova 2. Lage, Sicht und Atmosphäre sind einzigartig. Auf halber Höhe zwischen Meer und Himmel, im Steilhang der Küstenfelsen gelegen, gestattet sie einen atemberaubenden Ausblick aufs Meer. Ein internationales Publikum tummelt sich hier und genießt die vielfältigen Hall- und sonstigen Effekte einer großen Naturgrotte.

Cala Galdana

In dieser Bucht verbringen vor allem Engländer, Spanier und Deutsche ihren Individual-Traumurlaub. Der grünen Oase, eingefasst von dunkelgrauen Küstenfelsen, konnte man ursprünglich nur mit Attributen wie „malerisch“ oder „paradiesisch“ gerecht werden.

Der Strand ist gut 500 m lang, goldgelb und feinsandig – ideal auch für Familien mit kleineren Kindern. Nur bei den seltenen Südwinden raut die See innerhalb der Bucht auf. Das schöne Restaurant El Mirador mit seiner angenehmen Terrasse und dem breiten Angebot an Grillfleisch und Fisch besticht durch seine großartige Lage auf der vorgelagerten Halbinsel.

Unter den zahlreichen Hotels der Cala Galdana lässt sich das Adults Only Hotel Audax, welche 150 m vom Strand entfernt liegt, empfehlen. Es bietet einen Traumblick über die Bilderbuch-Bucht und einen großen Spa-Bereich.

Eine weitere Empfehlung ist das Hotel Floramar.

Die Cala Galdana ist ein idealer Badestrand, und die reizvolle Umgebung mit unzähligen unbebauten Naturstränden lädt zu Entdeckungstouren auf dem Seewege ein. Motorboote, Jollen und Kajaks für die ganze Familie bietet Sports Nautics am Strand, geöffnet Mai bis Oktober.  Mehrmals in der Woche sticht auch der Segelkatamaran Blue Mediterraneum von Cala Galdana aus in See, um an der Südküste entlang bis zum Hafen von Maó zu segeln (Rückfahrt mit dem Transferbus).

Cala Morell

Die Siedlungen Son Morell und Marina sind zu einem Feriengebiet zusammengewachsen.

Die Architektur der Anlage erinnert an Ibiza, mit einigen für Menorca typischen Details, etwa den phantasievoll installierten Wasserabläufen, die das strenge Bild vieler Häuserwände auflockern.

Auf halber Höhe zwischen Himmel und Meer nutzten schon vor Jahrtausenden die Ureinwohner Menorcas einen kleinen Seitenarm der Cala, um in dem weichen Kalkstein eine Siedlung anzulegen (um 900 v. Chr.). Die knapp 20 Höhlen, einige mit Stützsäule und Nischen, sind von der Straße aus frei zugänglich.

Cala Santandria

Ein Pionierzentrum der auf Menorca noch relativ jungen Tourismusindustrie. Nackter Fels, viele Bauwerke, Hotels, Bars, Villen und Restaurants prägen das Bild. Der Strand ist weiß und eher grobkörnig. Den Eingang der Bucht bewacht ein alter britischer Wehrturm aus dem 18. Jh. Interessant ist vor allem jene Höhle, die dem Bildhauer und Ortsoriginal Nicolau Cabrisas als Wohnung und Werkstatt diente.

Punta Prima

Punta Prima hat einen breiten Strand aus feinem, weißem Sand, der sanft ins Meer abfällt, und ist entsprechend gut besucht. Vor der Küste erstreckt sich die Illa de l’Aire, eine kleine Insel mit Leuchtturm. Hoteltipp: Beim Barceló Pueblo Menorca Sant Lluís stehen Familien mit Kindern an erster Stelle. Für die kleinen Gäste gibt es Animationsprogramme, die Eltern können derweil z.B. eine durchdachte Spa-Landschaft mit Jacuzzi, Dampfbad, Sauna und Hot-Stone-Massage genießen.

Mietwagen Menorca

Ausflug zum Leuchtturm am Cap d'Artruix<br/>DuMont Bildarchiv | Schröder
Ausflug zum Leuchtturm am Cap d'Artruix
DuMont Bildarchiv | Schröder
Ausflug zum Leuchtturm am Cap d'Artruix

Autos kann man am Flughafen und in allen größeren Touristenorten leihen. Fahrräder findet man in fast allen Feriengebieten, Motorräder nur in Ciutadella und Maó.

Preisvergleiche lohnen sich; die teuersten Vermieter sind die am Flughafen. Ein Twingo ist für 25–40 Euro pro Tag zu mieten, ein Peugeot 206 bzw. ein Renault Megane für 33–53 Euro/Tag, Versicherung inbegriffen.

Mietangebote für Autos, kleinere Motorräder und Fahrräder gibt es in Maó bei Autos Mahon Rent Moll de Llevant 36. Fahrräder vom Mountainbike bis zum Straßenrennrad kann man bei Bike Menorca sowohl in Ciutadella Plaça Menorca  als auch in Maó, Av. Francesc Femenías 44, anmieten.

Sehenswürdigkeiten Menorca

Alaior

Alaior (9.400 Einwohner) steht auf Menorca auch als Synonym für den berühmten Käse der Insel. Allein die Landwirtschaftsgenossenschaft Coinga, die den bekanntesten Menorca-Käse mit der Herkunftsbezeichnung Queso Mahón anbietet, vereint einen Bestand von über 10.000 Milchkühen, die durch rund 100 glückliche Milchbauern betreut werden.

Eine weitere bekannte Marke der Gegend ist La Payesa; die Milch fand bis vor wenigen Jahren auch bei La Menorquina, einer Speiseeismarke der gehobenen Klasse, die auf den ganzen Balearen beliebt ist, einen Abnehmer. Inzwischen ist das Unternehmen auf das Festland übergesiedelt.

Neben Kühen, Käse und Kalauern hält sich in Alaior (sprich: aló) wacker eine Schuhmanufaktur, und Modeschmuck wird hier in Familienbetrieben gefertigt.

Binibèquer Vell

Die Touristenattraktion Nummer eins an der Südostküste Menorcas erinnert an einen Termitenbau. Zwar sind die Strukturen des „typischen Fischerdorfs“ neueren Ursprungs, die verschachtelten Gänge, Tunnel, Abzweigungen und Nischen sollen in ähnlicher Form jedoch schon von fischenden Vorfahren ersonnen worden sein. Besonders kurz vor Saisonbeginn glänzt die Siedlung in tadellosem Weiß, die Natursteinböden sind geputzt, Souvenirläden und Bars hängen die ersten Angebote ins Fenster. Zur Hauptsaison wird’s dann allerdings eng in den Gässchen und Winkeln. Tapas, frischen Fisch und ausgezeichneten Choclate Cake gibt es im Club Náutico Nähe Hotel Eden, direkt am Meer lockere Atmosphäre und ein super Sonnenuntergang.

Cales Coves

Wo vor 3000 Jahren die Ureinwohner ihre Toten beisetzten, lebte bis Mitte der 1990er-Jahre ein Clan von späten Hippies. Die in die Jahre gekommenen Blumenkinder wurden im Sommer 1995 mit Polizeigewalt vertrieben. Der Ortsname („Höhlenbuchten“) steht übrigens im Plural, weil sich die Bucht in zwei Geländeeinschnitte aufspaltet, von denen der eine eine Süßwasserquelle aufweist; beide sind tief in das graubraune Gestein gegraben. Das Wasser der Bucht ist ob des guten Windschutzes oft spiegelglatt und dazu kristallklar, die Anfahrt über einen Schotterweg allerdings sehr holprig.

Cap de Cavalleria

Der Blick vom weißen Leuchtturm, der sich auf diesem Nordkap erhebt, ist einfach traumhaft. Die asphaltierte Straße ermöglicht jetzt die Zufahrt, und unterwegs trifft man auf wilde Ziegen und wunderschöne Strände. Im Landgut Santa Teresa lockt das Ecomuseu de Cap de Cavalleria Predi de Santa Teresa, Cap de Cavalleria  www.ecomuseodecavalleria.com (Eintritt 3 Euro Mai/Juni, Okt. tgl. 10–19, Juli–Sept. 10–20.30 Uhr) mit Exponaten zur römischen Siedlungsgeschichte. Wer Zeit hat, kann sich auch an Ausgrabungen beteiligen.

Cap de Favàritx

Ein markanter, schwarz-weiß geringelter Leuchtturm, bizarre Steinformationen in schwarzem Schiefer und seine große Abgeschiedenheit charakterisieren dieses Kap, das großartige Ausblicke über die Nordostküste und das Meer gestattet.

Castell de Sant Felip

Die Straße zum Friedhof (Camí del Cementeri) führt auch zu den Ruinen der Festung, die einst die Hafeneinfahrt von Maó beherrschte. Spaniens König Philipp II. sah gegen die ständige Bedrohung durch Piraten nur ein Verteidigungsmittel: die Errichtung einer Befestigungsanlage. 1554 wurde mit den Arbeiten begonnen, erst 54 Jahre später beendete man das Bauwerk. Später bauten die Engländer das Fort zu einer der sichersten Anlagen im Mittelmeer aus. Sie galt als so sicher, dass Karl III. nach seiner Thronbesteigung die Sprengung der Festung anordnete. Heute sieht man Ruinen, die langsam aber sicher von der Natur zurückerobert werden, unterirdische Galerien und Verbindungsgänge. Das Gelände kann auf Voranmeldung besichtigt werden.

Eine weitere Festung birgt das Südufer der nahen Cala Sant Esteve. Hier erbauten die Engländer im 18. Jh. das Fort Marlborough, das heute als Museum eine Reise in die Vergangenheit ermöglicht.

Ciutadella

Obwohl mit 29.000 Einwohnern etwas größer als Maó, legt Ciutadella einen gemächlicheren Lebensrhythmus an den Tag als die quirlige Konkurrenzmetropole. Die Menschen scheinen hier mehr Zeit zu haben als im geschäftigen Maó.

Ciutadella de Menorca
Ciutadella de Menorca
Ciutadella de Menorca

Weit über 500 Jahre sind inzwischen seit Zerstörung der Stadt durch einen türkische Flottenverband vergangen. Über 3.000 Menschen wurden damals versklavt, die Stadt geplündert und geschleift, sodass man gezwungen war, wieder bei Null anzufangen. Im 16./17. Jh. blühte die Stadt erneut auf. Kirchen und Klöster wurden errichtet, der mittlerweile durch ein trutzige Stadtmauer umfriedete Stadtkern beherbergte erst das Bistum der Insel und wurde schließlich auch zur menorquinischen Hauptstadt – bis zur Besetzung der Insel durch die Briten im Jahr 1722. Erst nach Beendigung der Franco-Diktatur ließ der Inselrat die Bevölkerung in einem Referendum abstimmen, welche der beiden Metropolen für die Neuzeit das administrative Zentrum Menorcas stellen sollte. Ciutadella unterlag nur mit wenigen Stimmen.

Cova dels Coloms

Die Einheimischen nennen die Höhle wegen ihrer üppigen Dimensionen „die Kathedrale“. Mit 24 m Höhe, 11 m Tiefe und 16 m Breite zählt sie in der Tat zu den besonders beeindruckenden unterirdischen Denkmälern Menorcas. Laut neueren Untersuchungen wurde sie schon in vorchristlicher Zeit als Kultstätte genutzt. Alter (Aber-)Glaube der Menorquiner ist es, dass Paare, die gemeinsam die Höhle betreten, sich nach kurzer Zeit trennen würden; Personen, die sich hingegen unabhängig voneinander in der Höhle treffen, würden durch die Kraft des Schicksals vereint.

Am Weg von Es Migjorn Gran hinunter zum Strand Sant Tomàs liegen drei archäologische Fundstellen. Der Talaiot de Binicudrell wurde bisher nicht frei gelegt; eine Restaurierung ist aber geplant. Die prähistorische Siedlung Sant Agustí Vell ist bekannt für einen großen, balkengedeckten Steinbau, der frühere Archäologengenerationen zu dem heute überholten Schluss führte, dass auch die taules lediglich zentrale Stützpfeiler einer deckenden Balkenkonstruktion gewesen seien. Die dritte Siedlung, Santa Mónica, ist deshalb interessant, weil hier eine Reihe von navetas (Vorläufer der talaiots) zu einer Ansiedlung zusammengeschlossen wurden, die offensichtlich nicht als Begräbnis-, sondern als Wohnstätte diente.

Es Castell

Schon an der Einfahrt des kilometerlangen „Fjords“, der in Maó endet, beeindruckt, wie tief sich englisches Kolonialdenken auf die Architektur von Es Castell ausgewirkt hat: rechteckiger Stadtplan, zentraler Hauptplatz, umgeben von Garnisonsgebäuden.

Die ehemalige Kronsiedlung Georgetown, später auf den Namen Villacarlos umgetauft, heißt nun Es Castell (7.900 Einwohner) und ist zu einer selbstbewussten Gemeinde aufgeblüht. Der Hafen, Cales Fonts, ist voller Leben: Bars, Boutiquen, Restaurants. Hierher verlagert sich ein Teil der abendlichen Szene aus Maó.

La Mola

Überlegungen, die strategisch wichtige Landzunge an der Einfahrt in die Bucht von Maó in ein Bollwerk zu verwandeln, stellten schon französische und britische Insel-Besatzer an. Doch die heutige Festungsanlage wurde nach dem Abriss der Burg San Felipe durch die Spanier zwischen 1850 und 1860 errichtet. Im Rahmen einer Teileinweihung besuchte Königin Isabell II. von Bourbon die Feste, die daraufhin den Beinamen „Fortalesa Isabel II.“ erhielt. 1930 wurde noch einmal nachgerüstet, zwei Vickers-Armstrong-Kanonen installiert. Doch in kriegerische Auseinandersetzungen wurde die Küstenfestung nie verwickelt. Sie ist deshalb ausgezeichnet erhalten und bietet heute unter Federführung eines menorquinischen Unternehmensverbands vielfältige Aktivitäten an. Dazu gehören geführte und ungeführte Besichtigungen, Wanderungen im Umkreis der Anlage (5 Euro), Radwanderungen, Jeep-Safaris (9 Euro) sowie Konzerte, Theater- und Tanzdarbietungen. Den aktuellen Veranstaltungskalender findet man unter: www.fortalesalamola.com. Anfahrt über Hafen Maó, Carretera La Mola, 7 km Mai und Sept. 10–20, Juni–Aug. 10–21, Okt.–April 10–14 Uhr, Eintritt 7 Euro

Hauptstadt Menorcas: Mahon
Hauptstadt Menorcas: Mahon
Hauptstadt Menorcas: Mahon

Maó/Mahon

Dass hier, am hoch gelegenen Nordufer, ein guter Platz zum Siedeln sei, erkannten schon die antiken Bewohner Menorcas. Megalithfunde an der Plaça de la Conquesta, der Talaiot und die Megalithsiedlung Trepucó legen Zeugnis davon ab.

Schriftliche Dokumente hinterließen später die Römer, die den sturmsicheren Naturhafen ebenfalls nutzten. Doch Wachstum über die Stadtmauern hinaus, politische, juristische Verantwortung und die guten Geschäfte kamen erst mit den Engländern.

Einen enormen Boom muss Maó im 18. Jh. erlebt haben. Ältere Bauten wurden abgerissen oder umgebaut, ein neues Standardmaß wurde zur gesellschaftlichen Werteskala und zur Grundlage der Besteuerung von Immobilien.

Man sieht und spürt in der lebendigen Inselhauptstadt (knapp 30.000 Einwohner), dass die Briten, die ungefähr ein Jahrhundert lang Herren Menorcas waren, Spuren ihrer Denk- und Lebensart ebenso hinterlassen haben wie leibliche Nachfahren. Rotblonde Haarschöpfe, kantige Kiefer, drahtige Figuren: Mitunter verrät lediglich die Kleidung oder die Sprache, ob es sich um einen Insulaner oder um einen angelsächsischen Urlauber handelt.

Englisch mutet auch die Plaça de S'Esplanada an. Alle wichtigen Zufahrtsstraßen enden hier, und hier sollte man als Autofahrer möglichst den Wagen abstellen (z. B. in der Tiefgarage), denn der Stadtkern bietet kaum Parkplätze. Die gibt es sowohl in der Tiefgarage unter dem Platz als auch in den umliegenden Straßen; allerdings sind sie gebührenpflichtig. Auf dem Platz selbst, ehemals Wehrübungsplatz der britischen Besatzer, spielen Kinder zwischen den Hibiskussträuchern der Gartenanlage, ruhen Touristen auf den Bänken vom anstrengenden Besichtigungsgeschäft aus.

Monte Toro

Wie ein Igel mit Antennen und Spitzen besetzt, buckelt der Monte Toro (El Toro) seine 357 m aus der sonst nur leicht hügeligen Landschaft. Die höchste Erhebung der Insel bietet nicht nur einen phantastischen Panoramablick über die Tramuntana im Norden und den Migjorn im Süden sowie den Fischern auf See einen Orientierungspunkt, sondern beschert auch weiten Teilen Menorcas einen guten Rundfunk- und Fernsehempfang.

Nau des Tudons
Nau des Tudons
Nau des Tudons

Nau des Tudons

Das bekannteste prähistorische Grab der Insel und wahrscheinlich das älteste bekannte Bauwerk Europas. Die mächtigen Sandsteinquader wurden vor ca. 3.400 Jahren zusammengefügt und ab 1959 restauriert. Dabei fand das Ausgrabungsteam Schmuckstücke und Reste menschlicher Knochen, was den Gedanken an eine (geplünderte) Grabkammer nahe legte. Der Innenraum der Nau (spanisch Naveta) ist in zwei Etagen aufgeteilt. Um das Bauwerk rankt sich eine Legende, die sie erfahren, wenn sie sich den Nau des Tudons anschauen.

S’Albufera des Grau

In der Begründung für die Schaffung der Reserva de la Biosfera wird das zweitgrößte Feuchtgebiet der Balearen – das größte ist die Albufera Gran auf Mallorca – als Herzstück beschrieben. 1995 löste die Inselregierung ihr Versprechen ein, das 1.790 ha umfassende Gebiet zum Naturpark zu erklären. Tatsächlich ist die Albufera d’Es Grau nur knapp dem „Tod durch Besiedlung“ entgangen. Anfang der 70er-Jahre entstand an den Ostufern der Lagune die Feriensiedlung mit Golfplatz Shangri-La. Erst massive Proteste der Bevölkerung brachten das bereits im Bau befindliche Projekt zum Stillstand.

Heute brüten oder rasten am Rand der seichten Gewässer über 90 Vogelarten, darunter Fischadler, Kormorane und Fischreiher. Die 67 ha große Salzwasserlagune selbst ist bevölkert von Aalen und Wasserschildkröten. Zu den Schutzmaßnahmen in der Albufera gehören ein Fahrverbot, ein striktes Campingverbot (auch für Wohnmobile), ein Verbot, Feuer zu machen, und ein Verbot für jeglichen Wasser- und Motorsport. Wanderungen innerhalb des Gebietes sind jedoch erlaubt. Am Ortseingang von Es Grau informiert ein Häuschen mit Plänen über das Gebiet; dort starten auch geführte Wanderungen. 2003 wurde der Naturpark auf 3440 ha Landfläche erweitert. Ein größeres Infozentrum hat man ebenfalls eingerichtet. Südöstlich von Fornells | Anfahrt über die Me-9

Talaiot de Trepucó

Die 2 km südlich von Maó gelegene prähistorische Siedlung wird oft als die Anlage mit dem spektakulärsten Heiligtum, der Taula (über 4,20 m Höhe), und mit dem größten Talaiot-Bau (40 m Durchmesser) der Balearen beschrieben. Sechs weitere Steintürme, von denen antike Chroniken berichten, sind heute verschwunden; vielleicht dienten sie als Baumaterial für die Barrikaden und Rampen, die der französische Gouverneur 1781 errichten ließ, um von hier aus die Festung Sant Felip beschießen zu können. Eintritt frei

Strände und Buchten Menorca

Platges de Son Bou

Mit knapp 3 km Länge sind die Platges de Son Bou der längste Sandstrand Menorcas. Goldgelber, feiner Sand, ein sanfter Abgang ins Meer, Duschen und Toiletten machen ihn ideal für Familien. Für Kinder gibt es in der angeschlossenen Siedlung Club Sant Jaume einen Minispielpark.

Platja Sant Tomàs

Über die Landstraße von Es Migjorn Gran zum Meer kommt man gleich an drei Strände, die nur durch schmale Felszungen voneinander getrennt sind: Binigaus im Westen, Sant Adeodat in der Mitte und Sant Tomàs im Osten. Die beiden Letzteren sind belebter, verstärkt an der Platja Sant Tomàs durch Hotels und eine Feriensiedlung. Oberhalb des Strandes Sant Adeodat findet man eine kleine, nette Strandbar, die auch einfache Mahlzeiten bereitet. Der phantastische Meerblick rundet einen Imbiss ab.

Binigaus, den ruhigeren Strand, erreicht man über einen Fußpfad am Meer entlang (1,2 km). Der Abschnitt mit dem feinen, hellgrauen Sand lohnt vor allem in der Hauptsaison den Weg, wenn die beiden anderen Strände voll sind.

Cala Algaiarens

Innerhalb eines gewaltigen privaten Großgrundbesitzes liegen die zwei stillen Buchten, die seit 1992 für Schlagzeilen sorgen. Denn der Besitzer war einer der Ersten, der für den Zugang zum Strand Wegezoll erhob. Vehemente Proteste der Bevölkerung, die das heutige Naturschutzgebiet seit jeher zum Baden und Campen nutzte, waren die logische Folge. Draufhin bekamen zunächst die Einwohner von Ciutadella wieder freien Zutritt. Heute wird zwar eine Parkgebühr von 5 Euro erhoben, der Zugang selbst ist aber für alle frei. Der Strand ist durch eine Felsnase zweigeteilt. Der östliche Abschnitt grenzt an eine kleine Süßwasserlagune, ein Überbleibsel winterlicher Regenfälle, die durch den Sturzwassergraben La Vall ablaufen und hier ins Meer münden.

Cala Binimel là

Diese Bucht ist nicht ganz so still wie die über einen Küstenpfad zu erreichende Nachbarbucht Cala Pregonda, aber mit ihrem roten, etwas gröberen Sand und einer kleinen Süßwasserquelle dennoch attraktiv; es gibt auch ein kleines Bar-Restaurant.

Playa Es Grau

Der kleine Fischerhafen 32 km südöstlich von Fornells wird mehr und mehr zum Ausflugsziel der Menorquiner. Besonders am Wochenende bevölkern sich Gassen und Hafenbars. Feiner grauer Sand, das sanfte Gefälle, der Wind- und Wellenschutz durch die Insel Colom und die fast perfekte halbrunde Form kennzeichnen den Strand Platja d’Es Grau. Im Sommer wird die Bucht allerdings stark von Sportbooten frequentiert. Ausflüge und Kurse mit dem Einer- oder Zweier-Kayak offeriert das kleine Unternehmen Menorca en Kayak in der Carrer S’Arribada 8. Nach bestandenem Kurs kann man auch Boote mieten und auf eigene Kappe losfahren.

Cala de Son Saura

Diese windgeschützte Bucht mit zwei Stränden, die durch eine kleine Landzunge getrennt sind, mit feinem, weißem Sand und Pinien im Hintergrund ist ideal für einen Strandtag. Doch Vorsicht: Im Rund der Bucht bilden sich bisweilen Strömungen. Um hierher zu gelangen, nimmt man von Ciutadella aus den Camí de Sant Joan de Missa bei der gleichnamigen weißen Landkirche und biegt bei Son Vivó rechts ab, am alten, quadratischen Turm Torre Saura Vell vorbei. Die Zufahrt zum Strand ist gebührenpflichtig. Besonders die Ciutadeller haben für Son Saura eine Vorliebe entwickelt. Wenn der lange Strand schon belegt ist, lohnt der Fußmarsch ostwärts. Nach der Überquerung der Felsnase Punta d’es Governador (ca. 500 m) stößt man auf die nächste, erheblich kleinere Bucht, die Cala d’es Talaier. Der Sand ist ockerfarben; auch hier gibt ein Pinienhain Sonnenschutz.

Cala en Turqueta

Mit der Cala Macarella ist sie zum Inbegriff der Traumbuchten im Süden Menorcas geworden. Zufahrt ab Ciutadella über den Camí de Sant Joan de Missa, am Abzweig bei Son Vivó links. Nach rund 5 km gabelt sich der Weg; links kommt man zur Cala Macarella, rechts zur Cala en Turqueta. Die Parkplätze sind am Wochenende oft belegt.

Cala Macarella

Klares, türkisfarbenes Wasser, eingefasst in einen Ring aus grauem Kalkstein, im Hintergrund der Sandstreifen und ein kleines Feuchtbiotop, in dem früher Schildkröten lebten: Menorcas Vision vom Paradies. Der Zufahrtsweg ist lang, steinig und gebührenpflichtig: 5 Euro pro Auto, die Sie sparen können, wenn Sie vor der Zufahrt parken und zu Fuß gehen. Der Strand lässt leider manchmal die gewünschte Sauberkeit vermissen. Nicht selten häuft sich Strandgut am Ufer, und im Wald liegen Picknickabfälle. Zurzeit versorgt nur eine in den Pinien versteckte Bar mit schlichtem Speiseplan die Strandgäste. In den Uferfelsen findet man einige prähistorische Grotten. Nach Westen zweigt ein Fußpfad ab zur Cala Macarelleta, wohin sich Nudisten zurückziehen.

Cala Mitjana

Die Bucht ist per Fußweg über die Klippen zu erreichen (etwa 1 km) oder mit dem Fahrzeug (1,5 km vor Cala Galdana links). Den Weg lohnt ein 100 m langes Strandhalbrund mit feinem weißem Sand und anschließendem Pinienhain. Wer dem Weg weiter in östlicher Richtung folgt, gelangt an die stille, schöne Cala Trebalúger (ungefähr 1 Std. teilweise beschwerlicher Fußmarsch von Cala Galdana aus). Leider ist die Zufahrt zu der Bucht durch den Grundbesitzer geschlossen worden; den Zugang von der Meerseite aus (das schließt auch einen 100 m breiten Küstenstreifen ein) kann hingegen keiner verwehren, auch nicht der Eigentümer.

Sa Mesquida

Bucht und Fischerdorf behalten sich vor allem die Menorquiner selbst vor. Hier badet der Maoneser, hier sonnt sich die Maoneserin. Die rund 700 m lange Küstenlinie wird durch eine Landzunge zweigeteilt. Der größere Strand ist rund 300 m lang, jedoch nicht unbedingt für Kinder geeignet, da der Grund schnell abfällt.

Wandern Menorca

Finstere Höhlen, türkisblaues Meer

Diese Wanderung durch den Sturzwassergraben von Binigaus Vell bis zum malerischen Badestrand von Sant Adeodat eignet sich vor allem für die mildere Vor- und Nachsaison. Neben festem Schuhwerk sollten Sie an ausreichend Proviant und vor allem Flüssigkeit für den Weg denken. Ein starke Taschenlampe ist bei der näheren Erforschung der Höhlen hilfreich. Reine Wanderzeit ca. 3–3,5 Std.

In Es Migjorn Gran gönnen Sie sich erstmal ein Frühstück in der Bar La Palmera, Carrer Major 83 oder in der Bar Peri, Sa Plaça 1. Sollten Sie schon im Hotel gefrühstückt haben, durchqueren Sie gleich den Ort, um südwestlich den kostenlosen Parkplatz in der Nähe des Friedhofs anzusteuern.

Dazu nehmen Sie die Hauptstraße der Ortschaft (Carrer Major) und biegen kurz vor Ortsende links auf den Camí de Sa Malagraba ab. Nachdem Sie das Fahrzeug am Friedhof abgestellt haben, gehen Sie auf dem Camí de Binigaus Nou Richtung Süden.

Rechter Hand taucht nach 500 m das Gehöft Binigaus Vell auf. Dort folgen Sie links dem Weg. „Cuevas“ steht mit roter Farbe auf den Stein gepinselt. Folgen Sie dem Fußpfad erst durch die Felder, dann hinab in den Graben, den Barranc de Binigaus. Die Landschaft verändert sich abrupt, mehr Grün beruhigt das Auge in der Senke aus ausgewaschenem Kalkstein. Aleppokiefern, Ölbäume und Steineichen recken sich in die Höhe. In deren Geäst flattern Eistaucher und Wiedehopf. Im Schatten unterhalb der Bäume gedeihen wilder Spargel, Rosmarin, und sogar wilde Orchideen sind hier und da zu sehen. Der Pfad führt zumeist über eine Terrasse etwas oberhalb des Senkenbodens.

Etwa auf halbem Wege hinab zum Meer lassen Sie erst einen Links-Abzweig unbeachtet und nehmen an der Weggabelung, die kurze Zeit später folgt, den Pfad geradeaus. Bald kommt das weit geöffnete Maul der Cova dels Coloms (Taubenhöhle) in Sicht. Ihren Namen verdankt sie den Jagdgewohnheiten früherer Generationen, die vor dem Höhleneingang Netzte spannten, um die Tauben zu fangen, die im Inneren nisteten. In der dicken Lehmschicht des Boden hat man zudem Kultobjekte aus der menorquinischen Vorzeit gefunden, die den Schluss nahelegen, dass die weite Halle einst für Kulthandlungen genutzt wurde. Der gewaltige Hauptraum ist mit 25 m Höhe und bis zu 110 m Länge beeindruckend.

Weniger bekannt ist die Cova de na Polida, ein paar hundert Meter weiter meerwärts gelegen. Als Zugang dient ein kleines, leicht übersehbares Portal. Dahinter verbergen sich mehrere kleine Kammern, die durch massive Säulen aus zusammengewachsenen Stalagmiten-Stalaktiten scheinbar abgestützt werden.

Wieder zurück an der oben erwähnten Weggabelung, gehen Sie diesmal den rechten Pfad, weiter dem Barranc folgend, in Richtung Meer. Mit etwas Glück bekommt man einen Milan zu Gesicht, der über den Wipfeln der Kiefern kreist. Schließlich beginnt sich die Schlucht immer weiter zu öffnen. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Strand von Sant Adeodat. Feinsandig und vor türkisblauem Meer gelegen, macht er Lust auf ein Bad.

Wer nicht genügend Reiseproviant eingepackt hatte, wird in der Urbanització Sant Tomàs fündig. Dazu folgen Sie einfach dem Strand in Richtung Osten. Dort bietet sich u.a. das Es Bruc an, ein nettes, kleines Strandrestaurant mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wenn Sie nicht denselben Weg zurückgehen möchten, wenden Sie sich ca. 200 m hinter dem landeinwärts gelegen Ende der Platja von Sant Adeodat nicht nach rechts (Nordosten) in den Barranc de Binigaus, sondern folgen dem breiteten Pfad nach links (Nordwesten). Der führt über Serpentinen hinauf auf die Ebene von Binigaus, verbreitert sich dann und geleitet Sie zurück zum Parkplatz.

Typische Speisen Menorca

 

Albergínies al forn

gebackene Auberginen: mit Brot, Ei, Gewürzen und Auberginenfleisch gefüllte Auberginenhälften werden im Ofen gebacken

Arròs brut

„schmutziger Reis“: Reistopf mit Fleisch, Blutwurst, Erbsen, Bohnen, Knoblauch und Kräutern

Calamar farcit

gefüllter Tintenfisch: angebratene Tintenfische werden mit einer Mischung aus gehacktem Brötchen, Petersilie, Knoblauch, Ei und Pinienkernen gefüllt und im Ofen geschmort

Carabassons al forn

gebackene Zucchini: gleiche Zubereitung wie albergínies al forn

Coca de verdura

Hefeteigplatten, die mit Gemüse belegt sind

Greixonera de brossat

im flachen Tontopf mit Zitronenschale und Zimt gebackener Schichtkäse, eine cremig-leichte Nachspeise

Llom amb col

mit Weißwein, Speck, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Thymian in einem Tontopf gegarter Kohl-Fleisch-Eintopf

Oli i aigua

Gemüsesuppe auf Tomatengrundlage, serviert in Tonschalen und mit dünnen Brotscheiben

Olla de mongetes

kräftige Bohnensuppe mit Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch und weißen Bohnen

Peix en es forn

Fisch aus dem Ofen: Heilbutt, Rotbarsch oder eine ähnliche Fischsorte mit Kartoffeln, Rosinen, Pinienkernen, Spinat und Tomaten im Ofen gebacken

Perdiu amb col

Perlhuhnbrüste werden angebraten und im Tontopf gegart. Mit Mehl bestäubte Kohlblätter werden in Öl goldgelb gebraten und im Tontopf mit den Perlhühnern serviert

Pilotes

winzige Fleischbällchen in Tomaten- oder Mandelsoße, in fast allen Bars als Tapa erhältlich

Sofrit

Gemüsepfanne aus Zwiebeln, Paprika, Tomaten und Knoblauch, als Beilage oder zum Belegen von Teigplatten (coques)