Sevilla Urlaub

Urlaub Sevilla

Plaza España in Sevilla
Plaza España in Sevilla
Plaza España in Sevilla

Welche Vorstellungen auch immer Sie von „typisch spanisch“ haben, in Sevilla finden Sie es: glutäugige Schönheiten, Kirchen mit herausgeputzten Madonnen, betörende Düfte, halb Okzident, halb Orient. Bunte Gassen unter blauem Himmel, blumengeschmückte Balkone und Innenhöfe. Flamencoklatschen zur Gitarre, Tanzen im Freien. Orangenbäume als Straßenschmuck, orientalische Paläste wie aus 1001 Nacht. In der Stadt spielt sich das Leben draußen ab, die Ciudad de la Alegría, die Stadt der Freude, feiert sich ununterbrochen selbst.

Sevilla bezaubert jeden. Auch Sie werden hier lächeln, wie Sevilla selbst.

Wetter Sevilla

Sevilla hat ein mediterranes Klima mit ozeanischen Einflüssen, die eine Jahresdurchschnittstemperatur von 18,6°C ausmachen. Die Winter sind mild und die Sommer zumeist sehr heiß mit Temperaturen bis über 40°C.

Die meisten Niederschläge fallen von Oktober bis April.

Wer es nicht allzu heiß mag, sollte Sevilla von September bis Mai besuchen.

Airport Sevilla

Am nördlichen Stadtrand von Sevilla befindet sich der internationale Flughafen Aeropuerto de Sevilla-San Pablo.

Ein Bus, der Busgesellschaft „Los Amarillos“ bringt Sie vom Flughafen in die Innenstadt Sevillas (Entfernung ca. 12km).

Eine andere Möglichkeit nach Sevilla zu gelangen ist das Taxi. Die Fahrzeit beträgt ca. 15 Minuten und die Kosten wanken, je nach Wochentag (am Wochende ist es teurer) zwischen 20 und 25€.

Sehenswürdigkeiten Sevilla

Ayuntamiento

Das Rathaus hat zwei Gesichter: zur Plaza de San Francisco eine klassische Renaissancefassade aus dem 16. Jh. mit Loggien und Bogenfenstern. Dies ist der ursprüngliche, von Diego de Riaño und Juan Sánchez von 1526 bis 1540 errichtete Teil. Kurios sind die aberhundert Figuren und Szenen, die diese Seite als riesiges Relief bedecken. Zur Plaza Nueva zeigt das Rathaus eine strenge, klassizistische Front aus dem 19. Jh. Sehenswert ist die Ausstellung „3000 Jahre Geschichte Sevillas“ auf der San-Francisco-Seite.

Catedral und Giralda

„Lasst uns eine Kathedrale bauen, so ungeheuer groß, dass jeder, der sie sieht, uns für verrückt hält.“ Das sollen die Kirchenväter der Stadt 1401 als Motto ausgegeben haben. Gesagt, getan: Die Moschee wurde bis auf zwei Elemente abgerissen, und auf ihrem rechteckigen Grundriss entstand die (nach dem Petersdom in Rom und St. Paul's in London) drittgrößte Kirche der Christenheit, die seit 1987 zum Unesco-Welterbe zählt.

Kutschen vor der Kathedrale in Sevilla
Kutschen vor der Kathedrale in Sevilla
Kutschen vor der Kathedrale in Sevilla

Von der Moschee geblieben sind der Patio de los Naranjos, der Orangenhof, an der Nordseite des Doms, und die Giralda, der 93 m hohe Kirchturm - das Wahrzeichen Sevillas. Die Spitze schmückt eine Giraldillo genannte Engelsfigur, eine Kopie davon steht am Haupteingang. Im Orangenhof wuschen sich die Moslems vor dem Gebet. Die Giralda, früher das Minarett der Moschee, ist nach dem Vorbild des Minaretts der Koutoubia-Moschee in Marrakesch erbaut. Eine breite Rampe führt innen über 35 Windungen hinauf - die maurischen Herrscher wollten notfalls auch auf dem Pferd hinaufreiten können.

La Magdalena

Eine der beliebtesten Kirchen Sevillas! Innen ist das spätbarocke Gebäude komplett ausgemalt, und auch außen wirkt es seltsam bunt mit den sandfarbenen Mauern, dem leuchtenden Terrakottaton und den blauen Kachelelementen auf der Kuppel. Dort oben wachen acht Figuren im präkolumbischen Stil über das Wohl der Kirche, ein Verweis an die Kultur der Neuen Welt. Ein großes Wandfresko zeigt den triumphalen Einzug von Ferdinand III El Santo in Sevilla. Auch zwei Gemälde Zurbaráns gehören zum Kunstschatz der Kirche.

Reales Alcázares

Peter der Grausame regierte Sevilla ab 1350, da war die Stadt schon 100 Jahre von den Mauren zurückerobert. König Peter aber fand den maurischen Baustil so schick, dass er sich diesen Palast errichten ließ. Die Handwerker und Baumeister kamen aus Granada und waren Mauren mit Bleiberecht. Dieser „echte“ Stil heißt Mudéjar, im Gegensatz zu Mozárabe: Das sind maurische Elemente, die von christlichen Baumeistern verwendet wurden.

Real Maestranza de Caballería

Andernorts heißt eine Stierkampfarena Plaza de Toros, in Sevilla ist sie eine „Königliche Meisterschule für Reitkunst“. 1761 als eine der ersten Spaniens gebaut, leuchtet sie weiß und goldgelb gegen den blauen Himmel an. Das 40-m-Rund fasst nur 14.000 Zuschauer (Madrids Arena Las Ventas 35.000), aber die sind gefürchtet: Das „Schweigen von Sevilla“ ist Legende. Nur drei Toreros sind hier, in der Kathedrale des Stierkampfs, je ums Leben gekommen, darauf ist Sevilla stolz.

Sevillas Stierkampfarena Real Maestranza de Caballería
Sevillas Stierkampfarena Real Maestranza de Caballería
Sevillas Stierkampfarena Real Maestranza de Caballería

Das Museum ist, anders als andere, nicht voller blutgetränkter Kampfanzüge und toter Stiere, sondern zeigt berühmte Gemälde von Toreros, alte Stiche von der Stadt und Kleinkram aus der Welt der Toros Bravos. Im Laden kann man für wenig Geld die Stierkampfplakate der Maestranza kaufen, darunter die des kolumbianischen Malers Fernando Botero: Seine Figuren sind richtige Wonneproppen. Stierkämpfe finden während der Feria de Abril täglich statt, danach bis Oktober immer sonntagnachmittags, Karten gibt es ab 20 Euro. www.realmaestranza.com

Plaza de España

Die gigantische Plaza España
Die gigantische Plaza España
Die gigantische Plaza España

Ein unglaubliches Stück Architektur: 200 m Durchmesser, 14.000 m² Fläche, ein Wasserkanal, Brücken, das Ganze auf einem halbrunden Platz, eingerahmt von Türmen, die die Form der Giralda zitieren und aussehen wie mehrschichtige Torten, und Loggien aus braunem Backstein mit blauem Kacheldekor. Angeblich hat sich Aníbal González für dieses Monumentalwerk vom Petersplatz in Rom inspirieren lassen. Heute ist die Plaza de España vor allem ein Ort zum Träumen, Faulenzen und Toben. Ins Halbrund sind 48 gekachelte Nischen eingebaut, die die Provinzen Spaniens darstellen - zur Siestazeit heiß begehrt. Auch die Brücken über den Kanal sind reich mit Kacheln verziert.

Calle de la Feria

Von Nord nach Süd gerade durchgezogen, ist die Calle de la Feria das Herz und die Hauptschlagader des Macarenaviertels. Bars, Tante-Emma-Läden, Korbflechter, Schreiner und allerlei kleine Geschäfte prägen hier das Straßenbild. Donnerstags ist praktisch kein Durchkommen mehr, wenn Flohmarkthändler die ganze Straße zu ihrer Auslage machen: Jueves, Donnerstag, heißt dieser quirlige Open-Air-Event. An der Ecke zur Calle Relator steht eine schöne alte Markthalle. Montags bis samstags erleben Sie hier typisch spanischen Alltag, live und unverfälscht. Feria, von Plaza San Juan de la Palma bis Resolana.

Murallas/Stadtmauer

Schon zu Zeiten Julius Cäsars wurde Sevilla von einer Stadtmauer umfasst: Jeder Feind sollte sehen, worauf er sich einlässt, sollte er einen Angriff wagen. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Mauer immer wieder verstärkt, erweitert und natürlich überwunden und beschädigt. Vor allem die maurischen Herrscher perfektionierten ab dem 10. Jh. die Verteidigungsanlage, aus ihrer Zeit stammen die letzten Reste davon: integriert in die Mauern der Reales Alcázares und hier, frei stehend, am Nordrand der Altstadt. 160 Wehrtürme hatte die Mauer einst und 14 Stadttore. Das Mauerstück an der Calle Muñoz León enthält noch sechs Wehrtürme aus maurischer Zeit und die Puerta de la Macarena, eins der alten Stadttore, wenn auch später im Barockstil restauriert.

Sevillanas und Flamenco

Gesang, Gitarre, Palmas (Händeklatschen) und Tanz sind die klassischen Elemente des Flamencos. Der Stadtteil Triana ist wegen des hohen Anteils an Gitanos eine Wiege dieser Kunst. Ihre Musik, der Flamenco, wurde ab dem 18. Jh. auch im Bürgertum beliebt. Gleichzeitig bildeten sich die Palos, die klassischen Rhythmen und Stile. Rund 40 davon gibt es, etwa die witzige Bulería, die schmissige Alegría (Freude) und die melancholische Soleá (Einsamkeit).

Die Gesangstechnik ist Gift für die Stimme: wie Schreien, aber gesungen. Wichtig ist nicht, ob die Stimme schön ist, sondern wie viel Tiefe (Jondura) sie vermittelt.

Beim Tanz das Gleiche: Nicht das Aussehen zählt, sondern Ausdruck und Gefühl. Die meisten Flamencos sind bis heute Gitanos. Als größter Flamencosänger aller Zeiten und Wegbereiter der Moderne gilt Camarón de la Isla (1950-1992). Er hat Jazz, klassische Musik und Ethno in den Flamenco integriert.

Junge Künstler wie der Gitarrist Vicente Amigo oder die Sänger Antonio Carmona und Estrella Morente setzen diesen Weg fort. Authentischer Flamenco ist immer live, weil das Improvisieren eine enorme Rolle spielt. Simplere Varianten sind Sevillanas und Rumbas, die auf Festen getanzt und gesungen werden.

Kunst & Handwerk Sevilla

Sevilla am Abend am Canal Alfonso XIII
Sevilla am Abend am Canal Alfonso XIII
Sevilla am Abend am Canal Alfonso XIII

Keramik in Triana

In den Straßen Antillano Campos und Alfarería reihen sich Keramikgeschäfte und -werkstätten aneinander; in vielen wird noch im Laden getöpfert. Hier gibt es alles vom Kühlschrankmagneten bis zu Waschbecken und Bodenvasen, natürlich auch Teller, Schüsseln, Krüge und Lampen.

Concha Pedrosa

Großzügig gestaltete Galerie mit zeitgenössischen Malern und Bildhauern für den besser bestückten Geldbeutel. Fernán Caballero 11 | Bus C3, C4, C5: Plaza del Museo

Félix Coleccionismo y Antigüedades

Plakate, Fotos, Werbeposter und Stierkampfankündigungen. Eine Fundgrube für Sammler und Nostalgiker. Avenida de la Constitución 26 | Tranvía: Archivo de Indias

Galería GP13

2007 eröffnet, hat sich GP13 schnell einen Namen gemacht. Junge spanische Künstler aller Stilrichtungen, sparsames Ambiente, faire Preise. Mo-Fr 17-21, Sa 12-14 Uhr | Jesús del Gran Poder 13 | Bus 13, 14: Duque de la Victoria

Ausflug in die Umgebung Sevillas

Das grüne Andalusien

Eine Rundfahrt von Sevilla zum Nationalpark Doñana und zur Sierra de Aracena mit Stopp an den Kolumbus-Stätten. Am besten planen Sie auf der 400 km langen Strecke zwei Übernachtungen ein.

Auf der A 49 Richtung Huelva fahren Sie aus Sevilla hinaus. Nehmen Sie die Ausfahrt bei km 48 und folgen den Schildern „P.N. Doñana“. Schnurgerade führt die Straße durch das flache Schwemmland westlich des Guadalquivir. Die Geschwindigkeitsbegrenzung sollte man ernst nehmen, hier wird gerne geblitzt.

Der erste Halt ist in El Rocío. Sandtrassen führen durch das Dorf, das zu Pfingsten von bis zu einer Million Menschen bevölkert wird. Die Wallfahrtskirche mit der Jungfrau vom Morgentau lockt das ganze Jahr über fromme Pilger. Hinter El Rocío beginnt der Nationalpark Doñana. Kurz vor Matalascañas biegen Sie in ein Sträßchen zum Besucherzentrum El Acebuche ab. Hier kann man auf einem Lehrpfad durch das Randgebiet des Parks spazieren oder eine Tour ins Innere des Nationalparks buchen.

Die grünen Geländebusse starten im Sommer Mo–Sa um 8.30 und 17 und im Winter Di–So um 8.30 und 15 Uhr. Sie sind die einzige Möglichkeit, die geschützten Landschaften des inneren Parks und seine Tierwelt zu erleben.

Weiter auf der A 494 Richtung Mazagón – wenn Sie Lust auf Meer haben, halten Sie am Parkplatz Cuesta Maneli und laufen durch die Dünen zum Strand. Für die erste Nacht bietet sich der Parador von Mazagón an. Hinter Mazagón nehmen Sie den Abzweig nach Palos de la Frontera und La Rábida, wo Sie auf Nachbauten der Kolumbus-Schiffe herumklettern können.

Im Kloster La Rábida können Sie sich vorstellen, wie Kolumbus die Patres für seine Idee begeisterte und sie nach Wegen suchten, damit er bei der Königin Isabela vorsprechen konnte. Über Moquer und Niebla, die beide einen kurzen Aufenthalt wert sind, geht es auf der Nebenstrecke HV 5111 durch sanftes Bergland nach Valverde del Camino.

Die Strecke wird nun immer bergiger und kurvenreicher. 55 km hinter Valverde ist der Abzweig nach Aracena ausgeschildert. Dort suchen Sie sich vielleicht ein Hotel für die Nacht und probieren die lokale und weltberühmte Spezialität, den Ibérico-Schinken.

Zu einem Ausflug in die waldreiche Sierra de Aracena gehört unbedingt auch eine Wanderung. Eine überschaubare Tour von knapp 6 km führt ab Almonaster la Real zum Cerro San Cristóbal. 

Auf der Rückfahrt nach Sevilla lohnt ein Abstecher ins Dörfchen Zufre. Kurz vor der Landeshauptstadt werden Sie während des spannenden Spaziergangs durch die Ruinen von Ruinas Romanas de Itálica staunen, welche Annehmlichkeiten und Kultur die Römer ihren Bürgern auch in der fernen Provinz Hispanien zu bieten hatten.